Kroatien-Urlaub wird teurer: Strandbesucher müssen künftig 120 Euro zahlen

Dubrovnik – Kroatien ist seit Jahren ein Sehnsuchtsziel für Sonnenhungrige. Doch die paradiesische Adria-Kulisse hat ihren Preis – und der sorgt aktuell für Diskussionen. In einigen Strandclubs von Dubrovnik werden inzwischen bis zu 120 Euro für eine Sonnenliege verlangt. Während manche Urlauber schockiert sind, sprechen andere von einem Luxus, den man sich eben gönnt. Doch was steckt hinter diesen hohen Preisen – und gibt es Alternativen?
Der Aufschrei um die 120-Euro-Liege
Ein Bild ging viral: eine Strandliege, dazu Matratze, Sonnenschirm und Handtuch – Preis: 120 Euro. Kaum war die Nachricht publik, überschlugen sich die Reaktionen in sozialen Netzwerken. Viele empörten sich, dass Kroatien „zum Luxusland“ verkomme. Auf Reddit schrieb ein User: „80 Euro für eine einzelne Liege? Wahnsinn. Aber solange es Leute gibt, die das zahlen, steigen die Preise eben.“
Die Empörung ist verständlich, doch wichtig ist die Perspektive: Diese 120 Euro sind nicht die Regel, sondern ein Extrembeispiel aus Dubrovnik – einer Stadt, die ohnehin als Hotspot für internationale Luxusurlauber gilt. Gleichzeitig zeigt sich: Preisexplosionen im Tourismussektor sind kein Einzelfall.
Regionale Unterschiede – vom Schnäppchen bis zur Luxus-Cabana
Kroatien ist nicht gleich Kroatien. Wer nur Dubrovnik betrachtet, bekommt ein verzerrtes Bild. Denn während dort die Sonnenliege fast so viel kostet wie eine Hotelübernachtung in anderen Regionen, zahlen Urlauber in Novi Vinodolski für zwei Liegen mit Schirm gerade einmal 10 Euro. In Rovinj bewegt sich der Preis je nach Lage zwischen 28 und 95 Euro für ein Set, in Istrien liegen die Beträge oft zwischen 20 und 30 Euro. Der Kontrast könnte größer kaum sein.
| Region / Ort | Preis für Sonnenliegen-Set |
|---|---|
| Dubrovnik (exklusiver Strandclub) | 120 € für eine Liege inkl. Auflage & Handtuch |
| Rovinj | 28–95 € für zwei Liegen |
| Kvarner / Istrien | ca. 30 € für zwei Liegen |
| Novi Vinodolski | 10 € für zwei Liegen |
Warum steigen die Preise so stark?
Ein Faktor ist klar: die Nachfrage. Dubrovnik, Split oder Hvar ziehen Jahr für Jahr internationale Gäste an, die bereit sind, tiefer in die Tasche zu greifen. Wenn Luxusjachten vor der Küste ankern, steigen auch die Preise am Strand. Doch es gibt tiefere Ursachen.
Ein Blick auf die Statistik
Zwischen 2015 und 2024 stiegen die Preise in Restaurants, Hotels und Freizeitangeboten in Kroatien um rund 70 Prozent. Besonders nach Einführung des Euro kam es zu sprunghaften Anhebungen: Händler rundeten auf, Gastronomen passten ihre Karten nach oben an. In Zahlen heißt das: 46 Prozent Preissteigerung im Textilsektor, 33 Prozent im Gastgewerbe und 16 Prozent bei Lebensmitteln wurden allein auf die Umstellung zurückgeführt. Urlauber merken das – nicht nur an der Liege, sondern auch am Teller Salat, der schon einmal 20 Euro kosten kann.
Inflation und Boykott im Alltag
Auch die lokale Bevölkerung leidet unter den Preisen. Anfang 2025 formierte sich ein Boykott gegen Einzelhandelsketten, die durch Inflation und Monopolstellung als Preistreiber gelten. Diese Unzufriedenheit spiegelt sich auch im Tourismus wider: Was Einheimische als „Preiswucher“ empfinden, nehmen Touristen am Strand als „Luxus“ wahr – zwei Seiten derselben Medaille.
Was kostet die Sonnenliege wirklich?
Viele Urlauber fragen sich: Wie viel kosten Sonnenliegen an kroatischen Stränden pro Tag? Die Antwort: Es kommt ganz auf den Ort an. Während man in Dubrovnik und Hvar schnell 50 bis 120 Euro pro Liege zahlt, liegen die Preise an öffentlichen Stränden oder kleineren Orten meist zwischen 10 und 30 Euro. Besonders günstig sind Strände in Cavtat, Lopud oder Mlini – dort sind 15 Euro pro Liege keine Seltenheit.
Luxus oder Abzocke? – Die Perspektiven gehen auseinander
Die Meinungen klaffen auseinander. Auf Reddit schreiben Nutzer: „Manche Seiten zeigen nur die teuersten Orte und verkaufen das als Durchschnitt.“ Andere verteidigen die Betreiber: „Solange die Nachfrage da ist, ist der Preis gerechtfertigt.“ Tatsächlich bestätigt sich: Die Preisspanne reicht von 15 Euro bis zu 200 Euro für eine einzelne Liege in exklusiven Clubs. Zwischen Abzocke und Luxus ist es also eine Frage des Blickwinkels.
Die Rolle der Strandclubs
In Kroatien boomen Beach Clubs. Auf Hvar kostet eine Standard-Liege 50 bis 60 Euro, Luxus-Cabanas mit Minibar, Obstplatten, Wi-Fi und Prosecco liegen bei bis zu 295 Euro. Auch in Dubrovnik bieten Clubs wie der Coral Beach Club Liegen mit Extras wie Handtüchern und Auflagen für 60 bis 120 Euro an. Der Gedanke dahinter: Gäste kaufen nicht nur Platz am Meer, sondern ein Gesamterlebnis.
Die Frage nach den Alternativen
Viele Leser stellen sich: Gibt es günstigere Alternativen als teure Strandliegen in Dubrovnik? Die klare Antwort lautet: Ja. Abseits der Touristen-Hotspots findet man preiswertere Strände – oder man bringt einfach ein Handtuch mit. Öffentliche Strände entlang der Adria sind frei zugänglich, und wer etwas Flexibilität zeigt, spart bares Geld. Manche Urlauber schwören auf diese Einfachheit: „Ein Handtuch am Strand ausrollen – und die Sonne gehört mir.“
Öffentliche Strände – die unterschätzte Option
Während exklusive Clubs hohe Preise verlangen, sind öffentliche Strände in Kroatien meist sehr günstig. Viele Orte bieten Liegen zwischen 10 und 15 Euro an, manchmal auch kostenfrei. Wer gar nichts zahlen möchte, bringt sein eigenes Handtuch oder eine Strandmatte mit. So wird aus dem Luxusproblem schnell eine entspannte Lösung.
Was ist im Preis enthalten?
Eine weitere häufige Frage lautet: Enthalten die Preise für Sonnenliegen oft Extras wie Handtücher oder Auflagen? Tatsächlich unterscheiden sich die Angebote stark. In exklusiven Clubs sind Auflagen, Handtücher und oft auch Service am Platz inklusive. In günstigeren Gegenden ist es dagegen meist nur die reine Liege und ein Schirm. Das erklärt zumindest einen Teil der Preisunterschiede.
Reisen mit Charme: Was man wissen sollte
Auch wenn viele Urlauber auf die hohen Preise reagieren, lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen. Kroatien ist in den letzten Jahren international enorm gefragt. Luxusurlauber aus aller Welt, die eine Liege für 120 Euro bezahlen, verzerren das Bild – aber sie prägen auch die Preisstruktur. Gleichzeitig bleibt Kroatien für Individualreisende erschwinglich, wenn man bereit ist, die Hotspots zu meiden.
Urlaub zwischen Luxus und Alltag
Die Entwicklung zeigt auch, wie zweigeteilt Kroatien inzwischen ist: Auf der einen Seite exklusive Strandclubs, in denen das Liege-Paket fast schon zum Statussymbol wird. Auf der anderen Seite kleine Küstenorte, in denen man noch immer ein authentisches Urlaubserlebnis zu fairen Preisen bekommt. In Foren empfehlen Reisende Orte wie Mlini oder Lapad, wo zwei Liegen mit Schirm für rund 30 Euro zu haben sind – ein deutlicher Unterschied zu Dubrovniks 120-Euro-Schock.
Fazit: Ein Land, viele Realitäten
Kroatien hat sich in den letzten Jahren verändert – und mit ihm die Wahrnehmung der Urlauber. Für manche ist es das neue Luxusziel Europas, für andere bleibt es die erschwingliche Alternative zu Italien oder Spanien. Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Wer an den exklusiven Stränden von Dubrovnik urlaubt, zahlt Premiumpreise. Wer flexibel ist, kann an anderen Orten für einen Bruchteil des Geldes dasselbe Sonnenfeeling genießen.
Die 120-Euro-Liege ist deshalb weniger ein Symbol für „das neue Kroatien“, sondern eher für eine touristische Schicht, die bereit ist, Luxus zu zahlen. Am Ende bleibt die Wahl: Handtuch auf den Kies legen – oder Cabana mit Prosecco buchen. Kroatien bietet beides. Und genau darin liegt seine Anziehungskraft.





































































































































































































































































































































































































































































































































































